11 2010

Die Bewerbungsschreiben-Vorlage im Wandel der Zeit

Im Laufe der Zeit hat sich die Form der Bewerbungsschreiben-Vorlage verändert. Vom handschriftlichen Lebenslauf bis zur online–Bewerbung hatten die verschiedenen Jahrzehnte unterschiedliche Anforderungen.

Bewerbungsschreiben haben eine lange Geschichte. Eines der bekanntesten dürfte von dem französischen Tänzer und Choreograf Jean-Georges Noverre (1727-1810) stammen. Er schickte dem König von Polen Stanislav II August Poniatowski (1732-1798) ein 2000-seitiges Manuskript - auch damals nicht die Regel. Es waren in dieser Bewerbung insgesamt 18 Ballettszenarien, 13 Partituren sowie theoretische Überlegungen zur Tanzkunst enthalten.

Die Bewerbungsschreiben-Vorlage hat sich mit dem Wandel der Zeit ebenfalls verändert. Heute wird das Anschreiben kurzgefasst, in die Anlage kommt der tabellarische Lebenslauf. Die Zeugnisse werden in der Regel erst beim Vorstellungsgespräch gefordert. Im Zeitalter von Computer und Internet fordern immer mehr Unternehmen die Bewerbung per E-Mail. Einer der Gründe ist das am 14.08.2006 eingeführte "Allgemeine Gleichstellungsgesetz" AGG mit seiner Dokumentationspflicht. Eine Sicherung von Unterlagen geht bei digitalen Dokumenten schneller und leichter.

Früher war das anders. Der Lebenslauf wurde bis in die 70er Jahre ausführlich im Fließtext handschriftlich verfasst. Üblich waren Elternnamen, Familienstand und deren Berufe, Mädchenname der Mutter und der eigene Familienstand. Er sollte nicht länger als eine Seite sein, bei Schreibmaschinengeschriebenem war eine Handschriftenprobe nötig. In der Anlage fügte man die Zeugnisse bei. Mit den 80er Jahren setzt ein Wandel ein. Nun war der getippte tabellarische Lebenslauf mit separatem Anschreiben unerlässlich. Zusätzlich wurde eine kurze Beschreibung der letzten Tätigkeiten erwartet. Die Bewerbungsmappe wurde größer. Mit Ende der 90er Jahren entstanden aus den anfänglich angehefteten kleinen Lichtbildern Deckblätter mit Porträt. Da die Bewerbungsschreiben-Vorlage immer mehr Dokumente vorschrieb, sehr zum Leidwesen der Personalabteilungen, entdeckten die Hersteller von Büroartikeln den Markt und brachten Mappen für die Bewerbungen heraus. So war gewährleistet, dass alle Dokumente in der richtigen Reihenfolge sortiert waren. Im Lebenslauf fing man an, auf Elternnamen, deren Familienstand und Beruf zu verzichten.

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