09 2010

Zwangsversteigerung: des einen Freud, des anderen Leid

Die Versteigerung von Immobilien hat stets zwei Gesichter. Einerseits verliert jemand seine eigenen vier Wände, andererseits bekommt jemand anderes eine Chance auf ein eigenes Haus und somit auf ein neues Leben.

Viele Menschen träumen ein Leben lang von den eigenen vier Wänden. Bei etwa 90 % aller Deutschen scheitert dieser Traum an der Finanzierungsrealität. Kein Wunder, denn Immobilien sind heutzutage teuer, sodass sich nur die wenigsten Personen überhaupt ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können.

Dennoch gibt es eine Möglichkeit, eine Immobilie günstiger zu erwerben. Diese Chance nennt sich "Zwangsversteigerung" oder auch Subhastationen. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um Auktionen, die ein Vollstreckungsverfahren in sich bergen. Was bedeutet das? Die Versteigerung einer Immobilie ist ein Mittel zur Durchsetzung eines Anspruches mithilfe staatlicher Machtmittel. Versteigert werden nicht nur Grundstücke, Wohnhäuser und Wohnungen, sondern ebenfalls Flugzeuge und Schiffe. Die meisten Menschen interessieren sich in der Regel jedoch für bewohnbare Objekte.

Sämtliche Online-Datenbanken, aber auch Anzeigen in den lokalen und regionalen Tageszeitungen beinhalten regelmäßig aktualisierte Angebote zu Zwangsversteigerungen. Wer sich für ein Versteigerungsobjekt interessiert und an einem Versteigerungstermin teilnehmen will, sollte sich vorab sehr gut vorbereiten. Hierzu muss zunächst beim Amtsgericht das Verkehrswert-Gutachten eingesehen werden. Dieses Gutachten enthält in der Regel eine Lagebeschreibung sowie eine Einschätzung des Zustandes der Immobilie. In einigen Fällen liegt die letzte Besichtigung jedoch mehrere Jahre zurück oder aber es fand keine Besichtigung von innen statt. Bei solchen Gegebenheiten ist Vorsicht geboten! Wenn mit dem aktuellen Bewohner ein Besichtigungstermin ausgehandelt werden konnte, empfiehlt es sich, einen Baufachmann mitzunehmen.

In einem nächsten Schritt sollte man sich einen Grundbuchauszug besorgen, aus dem die besonderen Lasten der Immobilie aufgeführt sind, beispielsweise Wohnrechte auf Lebensdauer. Ratsam ist es weiterhin, bereits vor der eigentlichen Auktion einige andere Zwangsversteigerungen zu besuchen, um den genauen Ablauf kennen zu lernen. Auch sollte man sich schon im Voraus um die notwendigen Versicherungen für das Wunschobjekt bemühen.

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